Fachcurriculum „QiWave“ traumasensitives QiGong

Fachseminare mit Michael Diemer in München

Fachcurriculum „QiWave“ traumasensitives QiGong

 

Die Notwendigkeit, sich mit den Folgen von Trauma auseinander zu setzen, ist in den letzten Jahren Betroffenen wie auch Leitern verschiedenster Gruppenangebote und auch QiGong-Unterrichtenden bewusst geworden. Traumatisierte Menschen brauchen eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Form der Begleitung, bei der neben einem soliden Grundwissen die innere Haltung der Gruppenleitung eine bedeutende Rolle spielt. Diese Fachweiterbildung richtet sich an Mitarbeitende klinischer und öffentlicher Einrichtungen sowie Fachpersonen, die mit Gruppen arbeiten. In den beiden Modulen erhalten Sie ein Basiswissen über einfache und komplexe Traumata, Symptomatik, Ursachen sowie über den Umgang mit Betroffenen.

Desweiteren wird eine traumasensitive Haltung, in der Beziehung, Sicherheit und Klarheit eine zentrale Rolle spielen vermittelt. Indem Sie in der Lage sind, Ihre Gruppen sicher und klar und gleichzeitig offen und einfühlsam zu führen, unterstützen Sie Betroffene dabei, ihr Körpergewahrsein zu verbessern, was eine Grundvoraussetzung darstellt, sich selbst zu regulieren und zu beruhigen. Ihre Art der Anleitung ermöglicht Teilnehmenden, ihr Selbstwirksamkeitserleben zu verbessern, so dass sie sich zunehmend selbst-bewusster und stärker fühlen. Ihr psychotraumatologisches Wissen lässt Sie sowohl Gruppendynamiken wie auch die Complianceverhalten Betroffener wie Unpünktlichkeit, Wegbleiben aber auch Überangepasstheit besser einordnen. Der Schwerpunkt dieses Curriculums liegt in der körper- und ressourcenorientierten Arbeit. Sie lernen dies anhand des traumasensitiven QiGong „QiWave“. In dieser Weiterbildung werden Fragen nach der Gestaltung einer Gruppe, des Raumes, nach der Wortwahl wie auch dem Umgang mit schwierigen Situationen beantwortet. Die Auseinandersetzung mit diesen Themenfeldern ermöglicht Ihnen, dieses Wissen in Ihre Angebote einfließen zu lassen.

 

Qi-Wave

 

Sanfte und achtsame Körperübungen zur Steigerung der eigenen Ressourcen und der Regulationsfähigkeit.

Der Körper bietet einen Erfahrungsraum, in dem die eigene Stressregulation positiv beeinflusst werden kann. Die Stärkung des eigenen Zentrums, der eigenen „Mitte“, ist dabei das vorrangige Ziel. Die Stärkung der eigenen Mitte schafft eine „zentrierte Sicherheit“ und damit die Grundlage, Blockaden aufzulösen. In einer „Wave“, die bis zu 8 Übungen aus dem „QiGong“ umfasst, werden dann blockierte Zustände wieder in Fluss gebracht. Über diese Übungen werden in 8 Kurseinheiten Themen wie „Zentrierung“ , „Leichtigkeit“, „Abgrenzung“ usw. wieder ins eigene Körperbewusstsein etabliert und ein angstfreier Neuzugang zum eigenen Körper ermöglicht. In jeder Kurseinheiten wird über die Methodik und die Auswirkungen in Bezug auf die Folgen von Streß- und Traumafolgezuständen ausführlich eingegangen.

Damit steht Ihnen ein System zur Verfügung, das Sie auch im Übungsalltag anwenden können.

In diesem Kurs werden die Prinzipien der Achtsamkeit, wie Akzeptieren ohne Bewertung, die Kultivierung des inneren Beobachters, der Anfängergeist, die bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit als Leitlinie des Übens verinnerlicht.

Zielgruppe

QiGong-Unterrichtende, Gruppenleitungen in Klinikeinrichtungen, Rehazentren, öffentlichen Einrichtungen. Gruppenangebote in Sport, Meditation, mit sensomotorischen und psychodynamischen Ansätzen

 

Teil 1 / Modul 1 / Tag 1 und 2: Basiswissen Psychotraumatologie

Die Arbeit mit traumatisierten Menschen setzt ein Grundwissen über Trauma, Traumafolgestörungen und Symptome voraus. Im ersten Modul erhalten Sie ein fundiertes Wissen über einfache und komplexe Traumata, die Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung und der weiterreichenden Symptomatik von komplexen Traumafolgestörungen. Durch Ihr neurophysiologisches Wissen verstehen Sie die Zusammenhänge zwischen Trauma und Symptomatik, können diese den Betroffenen erläutern (Psychoedukation). Dies gibt Ihnen ein umfangreiches Wissen, das Sie für die Arbeit mit Betroffenen sensibilisiert. Sie lernen zudem Stabilisierungstechniken, mit deren Hilfe Sie Patienten dabei unterstützen können, Ihre Affekte zu regulieren und sich wieder zu beruhigen, wenn während der Behandlung Traumaerinnerungen wach gerufen worden sind.


Themen:

• Definition einfache und komplexe Traumata

• Ereignisse, die zu einer Traumafolgestörung führen können

• Arten von Traumafolgestörungen

• Neurobiologische Hintergründe einer Traumatisierung

• Grundwissen über Bindungstraumata und Komplextraumatisierung

• Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung

• Dissoziation (Abspaltung), Flashback (ungewollte Erinnerungen), Trigger (Traumareize) verstehen

• Psychoedukation

• Stabilisierungstechniken

• Praxisbezug - Fallbeispiele

• Selbstfürsorge

 

Teil2 / Modul 1: Gruppendynamiken und traumasensible QiGong-Anleitungen

 

Beim aktiven Einüben von positiven Neuerfahrungen, bzw als Ressourcen dienlichen Zuständen, sind einige grundlegende Haltungen und Herangehensweisen seitens des Therapeuten wichtig:

- das Erkennen von Nervensystemsvorgängen im Körper
- die wertungsfreie Beziehungsebene zwischen Klient und Therapeut
- dadurch eine positive Ermutigung an den Klienten in Kontakt mit sich und der Umwelt zu treten
- das Einhalten von grundsätzlich achtsamen Umgangs miteinander
- die genaue Wortwahl – wohlmeinend, klar, positiv
- die eigene innere Stabilität
- schaffen eines offenen, sicheren, freien, geschützten Raumes
- das Nichterwarten von Leistung
- neugierig sein und machen auf eine neue positive Erfahrung
- angst- und wertungsfreier Umgang mit der Körperlichkeit des Klienten

Durch die Symbiose von Bewegung und Vorstellungs- bzw. Imaginationsebenen findet der Klient/in einen erneuten Kontakt nach innen und außerdem eine Wiederentdeckung von Körperlichkeit. Durch die „Körperlichkeit“ der Übungen ist die Gefahr eines Hyper- bzw. Hypoarousels, bzw. ein Abgleiten in eine zu beängstigende Bilderwelt minimiert und kann durch geeignete Übungsdynamiken, Wortwahl, usw. gesteuert werden.

QiGong bietet, durch die sanfte Herangehensweise, ein gutes Werkzeug den Körper und Bewegung als positive Neuerfahrung und ressourcenbildende Technik, über alle Alters-, Körper-, und emotionalen Grenzen hinweg, einen neuen Zugang zu sich selbst und den innewohnenden Kräften zu etablieren.

Das Wiedererlangen und die Fähigkeiten der Selbstregulation, der Selbstwirksamkeit und der Selbstermächtigung werden im Laufe des Übens gesteigert. Eine neue Ich-Stabilität und –Bewusstsein findet Platz und wird durch Körperhaltungen (Embodiment) verstärkt und abrufbar gespeichert (containment).

Das Erreichen und Erhalten eines mittleren Erregungszustandes, als Voraussetzung für neues Lernen, in Verbindung mit Bewegung und dem Einbeziehen des Vorstellungsvermögens (Imagination) ermöglicht einen Lernprozess des Nervensystems, adäquat auf Reize zu antworten.

 

Themen:

 

- Orientierung, Zentrierung und sensomotorische Lernvorgänge im Ansatz der Polyvagaltheorie (Porges)

-   Dissoziationsphänomene - muss mir das Angst machen?

-   Ressourcenorientierte Ansätze im QiGong.

-   Gruppensetting und „Wording“

-   Übungen zu Ressourcen: Zentrierung, Erdung, Orientierung

-   Modulation und spüren des Nervensystems mit Übungen

-   Abgrenzungsübungen

-   Einführung in das traumasensitive QiGong „QiWave“

 

 Modul 2 / Tag 3 und 4 Vertiefung im traumasensitiven QiGong „QiWave“

 

Themen:

• Wiederholung und Vertiefung in das traumasensitive QiGong „QiWave“

• Anleitung mit Fokus auf dem interozeptiven Erleben

• Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten unterstützen

• Selbstwirksamkeitserleben und Selbstwert fördern

• Beziehung auf Augenhöhe generieren

• Rhythmus und Bewegung generieren

• Flexibilität im Anwenden der Tools – sympatikotone und parasympathische Wirkung

  • Gegenseitiges Anleiten, Feedback erhalten

 

Termin: 

Modul 1: Samstag/Sonntag  12./13.10.2019

Modul 2: Samstag/Sonntag 11./12.01.2020

Ort: Praxis mingmen, Richard-Strauss-Str. 11, 81677 München

Zeit: 09:30 bis ca. 17:00 mit Mittagspause

(Snacks und Tee in der Praxis, Mittagessen in umliegenden Möglichkeiten)

Kosten: 250,-€ / Modul . Gesamt 500,00 €

Anmeldung bitte bis 20.09.2019 (Teilnehmerzahl begrenzt auf 8 Teilnehmer)

 

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